Die wilden Krieger mit ihren spirituellen und oftmals seltsam wirkenden Ritualen. Wie sah dabei eigentlich der ganz normale Alltag aus?
Der Alltag war bei weitem nicht so spektakulär, wie man anhand der reißerischen Romane, Filme und Geschichten vermuten würde.
Den größten Teil des Tages verbrachten die Indianer mit der Nahrungsbeschaffung, sprich der Jagd, dem Fischen, der Feldarbeit und dem Sammeln von Beeren und Früchten. Für diese Arbeiten hatten die Stämme verschiedenste und spezielle Techniken entwickelt. Natürlich wussten z.B. Stämme, die nahe an einem Fluß lebten, sehr gut über das Fischen bescheid, während Indianer, die in der Prärie lebten, besondere Fähigkeiten bei der Bisonjagd besaßen.
Die Zeit, die die Indianer nicht auf die Nahrungsbeschaffung verwendeten, musste meistens zur Instandhaltung, bzw. Reparatur von Jagdgeräten, Waffen, Kleidung und Häusern genutzt werden. Wenn die Arbeit besonders schwer war, z.B. der Neubau eines Hauses, halfen die Nachbarn oder sogar der gesamte Stamm mit.
Die zu verrichtenden Arbeiten wurden damals auch zwischen Männern und Frauen aufgeteilt, wobei die Jagd sehr oft nur den Männern zufiel und die Frauen Feldarbeit, bzw. andere Aufgaben wie das Herstellen von Kleidung und dem Ausstatten der Häuser, erledigten.
Ein Tag bei den Indianern war also geprägt von viel und harter Arbeit, die sie aber fast immer in Gruppen erledigten.
Neben diesen Aufgaben war es allerdings auch für die Indianer sehr wichtig, ihre Freizeit sinnvoll und mit Freude zu gestalten. Spiele waren daher schon bei den Indianern äußerst beliebt, für Kinder genauso wie für die Erwachsenen. Es gab viele Sportspiele, Glücksspiele und Wettspiele, bei denen die Indianer um Kleidung, kleinere Gegenstände und sogar Pferde spielten. Diese Spiele waren ein wichtiger Teil des Gemeinschaftslebens und boten den Indianern gleichzeitig eine willkommene Abwechslung vom harten Alltag. Auch die Spiele wurden oftmals nach Geschlechtern getrennt.
Die Indianerstämme trieben untereinander auch regen Handel und mit den Reisen und dem Transport von Waren wurde ebenfalls viel Zeit verbracht.
Dabei gab es durchaus Verständigungsprobleme, da viele Stämme komplett unterschiedliche Sprachen entwickelt hatten. Eine einheitliche Zeichensprache und das Malen von Bildern, bzw. Figuren half aber dann über die Sprachprobleme hinweg.
In diesem schweren Alltag gab es verständlicherweise auch viele Probleme, die die Indianer zu bewältigen hatten. Die Indianer waren äußerst gläubig und hatten mehrere unterschiedliche Götter und Geister, zu denen sie beteten und diesen regelmäßig Opfergaben darbrachten. Diese sollten ihnen dafür im Gegenzug dabei helfen, ihren Alltag erfolgreich zu meistern und sie bei ihren Aufgaben zu unterstützen.
Auch Träume hatten für die Indianer eine zentrale Bedeutung und wurden als reale Zeichen angesehen, auf die sie reagieren mussten. Einige Stämme ordneten allem Leben und Dasein einen einzigen, großen Geist über, ähnlich dem christlichen Gott. Diese übermächtige Kraft ist teilweise auch den christlichen Missionaren zuzuschreiben, die den Indianern den christlichen Glauben erklären wollten. Daraus ergab sich dann die Vorstellung des “Manitu”, den man heute auch aus vielen Wild-West-Geschichten und -Filmen als Gott der Indianer kennt. Nichtsdestotrotz glaubten viele Stämme schon vorher an einen großen Geist.
Insgesamt ist es aber ohnehin schwierig, eine klare Definition des Glaubens der Indianer festzulegen, da die einzelnen Stämme verschiedene spirituelle Glaubensrichtungen vertraten und sich immer wieder auch gegenseitig beeinflussten.
Wichtig war bei allen Indianern auf jeden Fall der Glaube an die Kraft der Natur, Schutzgeister, Visionen und Träume. Dieser Glaube gab den Indianern regelmäßig Kraft und Zuversicht und hatte direkten Einfluss auf das gesellschaftliche Leben und den Erfolg bei Arbeit, Kampf und Freizeit.
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