„Hallo Baby, Du bist da – Weg ist jetzt erstmal Papa!“ So oder so ähnlich könnte das Motto einer ganz besonders frühen Babyparty lauten: dem Babypinkeln. Hierbei handelt es sich um eine Feier dem Neugeborenen zu Ehren, die in Deutschland in vielen Regionen auf sehr unterschiedliche Weise interpretiert wird.
Beispiel Niederrhein und Ruhrgebiet, NRW: Während in Norddeutschland Freunde, Verwandte und Nachbarn zum gemeinsamen Willkommenheißen des Kindes geladen werden, ist das Babypinkeln an Rhein und Ruhr eher eine Männer-Domäne.
Als ob das neugeborene Kind nicht schon Grund genug zum Feiern sei, nutzt der frischgebackene Vater das Ganze auch noch, um sich mit seinen Freunden zur Geburt kräftig einen über die Lampe zu gießen. Das Ganze kann vom gemächlichen, gemeinsamen Rumhängen bis zur feuchtfröhlichen Kneipentour mehr oder weniger wild ausfallen.
Für Frauen ist die ganze Veranstaltung gleichwohl eher unverständlich. Denn für sie ist es ein Rätsel, warum sich die Väter feiern, wo doch die Mütter über die Zeit der Schwangerschaft und vor allem bei der Geburt die ganze Mühe hatten.
Doch die Väter gehen zu Babypinkeln und feiern somit sozusagen ihren ersten außergewöhnlichen Vatertag.
So kann das Babypinkeln schon beinahe mit dem Junggesellenabschied verglichen werden, eine Party, die den jungen Papa ein letztes Mal er selbst und er allein sein lassen soll, bevor es dann ins freudenvolle aber auch mitunter anstrengende Leben als Erziehungsberechtigter und –pflichtiger geht.
Dann heißt es, früh aufstehen, wenig schlafen, Kind füttern, zum Arzt bringen, Windeln wechseln und und und. Doch beim Babypinkeln scheint all das noch Lichtjahre entfernt zu sein, denn hier trifft man sich mit den besten Freunden und lässt es noch einmal so richtig krachen.
Dies ist jedoch nur eine der möglichen Ausführungen des Babypinkeln, das traditionell aus dem Norddeutschen stammt. Das „Pinkeln“ soll hierbei symbolisch durch das Trinken der Gäste gefördert werden und das Kind vor Schmerzen schützen.
Die Babyparty wird teilweise schon früh nach der Geburt veranstaltet, während Frau und Kind noch im Krankenhaus sind, teilweise auch erst später. So manches Babypinkeln findet ausdrücklich ohne Frauen statt, bei anderen Ausführungen dürfen Freunde, Nachbarn, Kaffe und Kuchen, sowie der Holzstorch nicht fehlen.
So oder so – Die Geburt ist immer ein Grund zur Freude.
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